Ob im Supermarkt, im Büro, in der Werkstatt oder am Bau: Die Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt rasant.
Viele Jobs verändern sich – manche verschwinden, andere entstehen neu. Für uns als Gewerkschaft ist klar: Niemand darf durch die Digitalisierung zurückgelassen werden.
In diesem Artikel erfährst du, welche Berufe besonders betroffen sind, wo Risiken und Chancen liegen – und warum wir gemeinsam gerechte Regeln für die digitale Zukunft brauchen.
Was heißt überhaupt „Digitalisierung“ in der Arbeit?
Digitalisierung heißt:
- Prozesse werden automatisiert
- Maschinen übernehmen Aufgaben
- Künstliche Intelligenz (KI) ersetzt menschliche Entscheidungen
- Daten bestimmen, wie, wo und wann gearbeitet wird
Klingt abstrakt? Ist aber ganz real – und betrifft immer mehr Berufsgruppen.
Diese Berufe sind besonders betroffen:
Bürojobs & Verwaltung
- Routinetätigkeiten wie Dateneingabe, Buchhaltung oder Terminplanung werden zunehmend automatisiert.
- KI kann Texte schreiben, Präsentationen erstellen oder sogar Bewerbungen vorsortieren.
Chancen: Weniger monotone Arbeit
Risiko: Wegfall von Jobs mit niedrigem Qualifikationsniveau
Industrie & Produktion
- Roboter übernehmen Montage, Verpackung, Lagerlogistik.
- 3D-Druck verändert Herstellung und Ersatzteilproduktion.
Chancen: Weniger körperliche Belastung, mehr Sicherheit
Risiko: Jobs in der Fließbandarbeit oder Lagerlogistik fallen weg – besonders betroffen: Leiharbeiter:innen & Hilfskräfte
Handel & Verkauf
- Selbstbedienungskassen, Onlinehandel & automatisierte Lagerprozesse ersetzen menschliche Arbeitskraft.
- Kund:innen beraten sich online – ohne Verkäufer:in.
Chancen: Neue Jobs im E-Commerce
Risiko: Weniger Jobs an der Kassa oder im Lager, unsichere Arbeitsbedingungen in der Zustellung
Transport & Logistik
- Routenplanung durch KI
- Selbstfahrende Fahrzeuge in Entwicklung
- Plattformarbeit (z. B. Essenszustellung via App)
Chancen: effizientere Abläufe
Risiko: Entgrenzung der Arbeitszeit, Scheinselbstständigkeit, Preisdruck
Technik & IT – Gewinner der Digitalisierung
- Gefragt sind Fachkräfte in:
- Softwareentwicklung
- IT-Sicherheit
- Datenanalyse
- KI-Entwicklung
Chancen: Neue, gut bezahlte Jobs
Aber: Zugang oft nur mit hoher Qualifikation – soziale Spaltung droht
Und was ist mit Pflege, Gastronomie & Handwerk?
Auch hier verändert sich einiges:
- Pflege: Digitale Dokumentation, Pflegeroboter, Smart Homes
- Gastronomie: Online-Bestellung, digitale Küchensysteme
- Handwerk: 3D-Messgeräte, digital gesteuerte Maschinen
Aber: Diese Jobs bleiben menschlich – und systemrelevant.
Was zählt, ist: gute Ausbildung + digitale Kompetenzen.
Was bedeutet das für junge Arbeitnehmer:innen?
Du brauchst:
Digitale Grundkompetenz
Flexibilität – aber mit klaren Regeln
Eine starke Gewerkschaft, die mit dir verhandelt, wenn Algorithmen den Alltag bestimmen
Wir sagen:
Digitalisierung darf nicht zur Ausbeutung führen!
Kein Lohndumping durch Plattformarbeit!
Bildung und Weiterbildung für ALLE – nicht nur für Akademiker:innen!
Was wir fordern – solidarisch in die digitale Zukunft
Recht auf Weiterbildung – während der Arbeitszeit und auf Kosten der Arbeitgeber
Mitbestimmung bei digitalen Prozessen – Betriebsrät:innen müssen mitreden dürfen
Digitale Mindeststandards – klare Regeln für Datenschutz, Arbeitszeit und fairen Lohn
Soziale Absicherung auch für neue Arbeitsformen – etwa bei Crowdwork oder App-Jobs
Fazit: Digitalisierung ist kein Schicksal – sie muss fair gestaltet werden
Die Technik entwickelt sich weiter – die Frage ist nur:
Wer profitiert – und wer bleibt auf der Strecke?
Nur wenn wir gemeinsam handeln, können wir dafür sorgen, dass die Digitalisierung den Menschen dient – nicht umgekehrt.
Wir kämpfen dafür, dass kein Beruf durch die Digitalisierung unsicher oder überflüssig wird – sondern besser, fairer und menschlicher.
Du bist in einem Beruf tätig, der sich verändert? Du willst dich weiterbilden, hast aber keine Unterstützung vom Chef?
Melde dich bei uns – wir beraten dich und helfen dir weiter.
Werde Mitglied – damit die digitale Zukunft solidarisch, gerecht und sicher wird!
Zugehörige Links bzw. Quellen:
https://www.arbeiterkammer.at/digitalearbeit
https://www.arbeiterkammer.at/infopool/wien/AK_Policy_Paper_Nr.7_Arbeitsplatzeffekte.pdf